Gemeindeübung: Fallschirmspringer von Bäumen gerettet

Mit insgesamt 65 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus sechs Ortsfeuerwehren hat vor kurzem die große Gemeinde-Feuerwehrübung der Gemeinde Winsen auf dem Fallschirmspringerplatz in Meißendorf stattgefunden. Das Übungsszenario: Mehrere Fallschirmspringer waren in Panik geraten, als sie beim Herunterkommen einen Waldbrand sahen und hatten sich daraufhin in den Bäumen verfangen und teilweise lebensgefährlich verletzt.

Die Alarmierung der Feuerwehreinsatzleitstelle Celle erfolgte um 15.47, schon wenige Minuten später waren die ersten Feuerwehren mit den unterschiedlichen Einsatzfahrzeugen da. Teilgenommen haben die Ortsfeuerwehren Meißendorf, Winsen (Aller), Südwinsen, Thören, Bannetze und Wolthausen sowie der Ortverein des Deutschen Roten Kreuzes, DRK Winsen.

Retten, löschen und schützen

Einsatzleiter Willi Lucan informierte die Abschnittsleiter über die Lage und das weitere Vorgehen. Mit einer Person, dargestellt durch eine Übungspuppe, musste eine Höhenrettung mit einem Absturzsicherungsgeschirr durchgeführt werden, zwei andere wurden aus geringeren Höhen mit dem „Rettungsbund“, einem speziellen Knoten mit der Feuerwehrleine, ohne weiteres Gerät abgeseilt. Danach wurden die Verletzten mit Tragen zu den DRK-Mitarbeitern gebracht, die sie weiter ärztlich versorgten. Der zweite Teil der ersten Übung war das Löschen des Waldbrandes. Mehrere Trupps bekämpfte den Brand in Richtung zur Straße, die von Meißendorf nach Winsen führt, andere Feuerwehrkameraden und –kameradinnen bauten eine „Riegelstellung“ auf, mit der sie andere Waldteile vor dem Übergreifen des Feuers schützen, also abriegelten. Dafür mussten insgesamt 500 m Schläuche verlegt werden, eine körperlich schwere Arbeit, bei der im Ernstfall jeder Handgriff sitzen muss, damit die Wasserversorgung in kürzester Zeit steht. Das Wasser für den Löscheinsatz wurde aus drei Brunnen in der Gemarkung entnommen und teilweise auch im Pendelverkehr von den Löschfahrzeugen zur Einsatzstelle gebracht. Zur Sicherung einer eventuell notwendigen technischen Hilfe war beispielsweise auch ein „Rüstwagen“ mit technischem Gerät vor Ort. In einer zweiten Übung wurde angenommen, dass der Pilot des Flugzeuges der Fallschirmspringer eine Notlandung auf dem Feld machen musste und nicht mehr in der Lage war, das Flugzeug zu verlassen. Außerdem drohte das Flugzeug, in Flammen aufzugehen. Die Feuerwehrmänner und –frauen holten den verletzten Piloten fachmännisch aus dem Flugzeug und bauten einen sogenannten Schaumangriff auf, mit dem sie im Ernstfall das Flugzeug gelöscht hätten.

Zum Abschluss der Übung gab es für alle Beteiligten eine Stärkung, die das DRK bestens organisiert hatte. Die 1. Übung wurde von Sven Schaffranek, Ortsfeuerwehr Meißendorf, zusammen mit dem Gemeindebrandmeister Willi Lucan und seinem Stellvertreter Oliver Hermann ausgearbeitet, die 2. Übung von Sven Schaffranek zusammen mit der Flugleitung. Von Seiten der Fallschirmspringer waren die beiden Vorsitzenden Frank Grunwald und Michael Sohn beteiligt. Die Feuerwehr dankt der Firma Lindhorst Garten- und Landschaftsbau für das Verbringen der Übungspuppen in die Bäume.