Sechs Wohnungsbrände an zwei Tagen

Was ist passiert?

Die Feuerwehr Meißendorf löscht sechs Wohnungsbrände an zwei Tagen und das mit Erfolg! Somit hat die Ortsfeuerwehr mehr Wohnungsbrände an zwei Tagen im Gegensatz der vergangenen fünf Jahre gelöscht. Diese Bilanz ist das Resultat einer Brandsimulationsanlage, welche von Gemeindebrandmeister Willi Lucan für die gesamte Gemeindefeuerwehr Winsen (Aller) organisiert wurde. Sechs Atemschutztrupps der Meißendorfer Brandschützer konnten somit verschiedenste Lagen, Zimmerbrände und Flash-Over bekämpfen und das taktische Vorgehen in heißer und brennender Umgebung trainieren.

Warum solch ein Training?

Die Firma Blaul & Seifert GmbH hat uns an zwei Abenden begleitet und führt auf, warum dieses Training so wichtig ist:

Neue Einsatzkleidung wurde zum Schutz der Einsatzkräfte entwickelt und beschafft. Diese Bekleidung vermittelt das  Gefühl, im Innenangriff gut geschützt zu sein.

Der Schutz ist definitiv besser als bei früherer Kleidung, aber auf gar keinen Fall auch nur annähernd so gut, wie Feuerwehrleute es einschätzen. Die Bekleidung muss  nur acht Sekunden einer direkten Beflammung standhalten, bis sie sich entzünden darf, und das tut sie dann auch.

Die Umgebungswärme wird durch diese Kleidung lange Zeit zurückgehalten; dringt sie jedoch durch, gibt es kein Zurück für die Hitze. Auch die durch emotionalen Stress und extreme körperliche Anstrengung erzeugte höhere Körpertemperatur kann nicht entweichen. Nicht umsonst wurden die Überjacken mit Panik-Reißverschlüssen ausgestattet.  

Eine weitere Veränderung liegt in der Art der Brände; durch neue Bautechniken und veränderte Baumaterialien  kommt es zu einem veränderten Brandverhalten. Häufig schwelt es in der Entstehung eines Brandes, Sauerstoff verringert sich, es entstehen gefährliche gesättigte Pyrolysegase, und  durch die Zuführung von Sauerstoff  beim unbedachten Öffnen einer Tür durch einen Feuerwehrmann entsteht die gefürchtete Rauchgasdurchzündung im Deckenbereich mit ihren fatalen Folgen.

In den letzten 10 Jahren verloren in Deutschland jährlich im Schnitt 2 Kameraden ihr Leben, an die 100 Kameraden jährlich trugen zum Teil schwere Verletzungen davon.