Gefährliche Schadgase in Innenräumen

Vor einem dreiviertel Jahr starben im bayerischen Arnstein sechs Jugendliche in einer Gartenlaube bei einer Feier. Der Laubenbesitzer und Vater von zwei der Jugendlichen hatte ein benzinbetriebenes Stromaggregat fehlerhaft aufgestellt und die Jugendlichen waren an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Eine ähnliche Lage stellte jüngst unsere stellvertretende Ortsbrandmeisterin Regina Radom für die Einsatzabteilung der Meißendorfer Feuerwehr bei der jährlichen Herbst-Abschlussübung bereit.

Wie gefährlich fehlerhaft aufgestellte Öfen, Auspuffanlagen oder Generatoren sind, weiß theoretisch jeder. Doch immer wieder kommen solche Unfälle vor, bei denen die Schadgaskonzentration in Innenräumen irgendwann zu hoch wird und die Menschen eine Rauchgasvergiftung bekommen oder im schlimmsten Fall sogar sterben. Kohlenmonoxid ist dabei besonders tückisch. Man sieht es nicht, man riecht es nicht, man schmeckt es nicht.Es bindet sich bis zu 300-mal stärker als Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und erzeugt so schnell einen Sauerstoffmangel.

Nach der Alarmierung ermittelte der Gruppenleiter die Einsatzstelle anhand der Koordinaten. Beim Eintreffen an der Hütte im Meißendorfer Bruch hinter dem Hüttenseepark erzählte der „Vater“ der Jugendlichen der Feuerwehr, dass er nach den Kindern schauen wollte, wegen der von außen sichtbaren Qualmentwicklung aber sofort die Feuerwehr gerufen hat. Sofort rüsteten sich zwei Trupps mit Atemschutzgeräten aus, der erste Trupp rettete die in der Hütte liegenden Personen (Übungspuppen), der zweite Trupp stand als Sicherungstrupp bereit. Die anderen Feuerwehrleute leuchteten die Einsatzstelle mit Scheinwerfern aus und stellten Wasser für die Brandbekämpfung bereit. Nachdem die Jugendlichen aus der Hütte gerettet und medizinisch erstversorgt worden waren, stellte der Vater fest, dass eines der Kinder, Peter, fehlt. Also suchten die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden die Umgebung im Wald und am Ufer des Teiches ab. Auch der verschreckte und verletzte Peter wurde schließlich gefunden, auf einer Trage zu seinem Vater und den Sanitätern transportiert und so die Übung zu einem guten Abschluss gebracht.